++ BEANTWORTET ++ Anfrage an die Stiftung Warentest: "Wie unabhängig ist die Verbraucherorganisation wirklich?"

19.11.2012

Status: Beantwortet

 

Anmerkung 20.11.2012: Entgegen der gestrigen Stellungnahme von Stiftung Warentest, sind Produktveränderungen im Vorfeld von Tests mit dem alleinigen Zweck, das Testergebnis positiv zu beeinflussen, "immer noch absolut gängige Praxis“, so die Aussage unseres Informationsgebers.

An die Abteilungsleiterin Presse der Stiftung Warentest:

Sehr geehrte Frau van Laak,

mit einem Bekanntheitsgrad von weit über 90% ist das Siegel der Stiftung Warentest das bekannteste Qualitätssiegel in Deutschland. Als Voraussetzung für eine objektive Bewertung sind Unabhängigkeit und Herstellerneutralität der teils mit Steuergeldern unterstützten Stiftung unabdingbar.

1. Frage: Finden im Vorfeld von Produkttests Absprachen mit den Herstellern der zu testenden Produkte statt und wenn ja, in welchem Umfang und Rahmen?

2. Frage: Sind der Stiftung Warentest Fälle bekannt, in denen Hersteller Produkteigenschaften bestimmter Produktchargen nur für den Zeitraum der zu erwartenden Testkäufe dahingehend modifiziert haben, dass die erworbenen Prüfmuster die Testkriterien in besonderem Maße erfüllen? Wir bitten Sie höflich um Beantwortung bis Donnerstag, 29.11.2012, 11:00 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr,

POPULEAKS-Team

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Antwort via E-Mail: 19.11.2012 | 10:53 Uhr | Heike van Laak

Herzlichen Dank für Ihre Mail, die ich gerne beantworte.

Frage 1:  Im Vorfeld einer Testplanung finden keine Absprachen mit Herstellern statt. Die Stiftung Warentest legt eigenständig fest, welche Produkte sie testet und kauft diese dann, wie jeder normale Verbraucher auch, bar in unterschiedlichen Geschäften ein. Presseexemplare nehmen wir nicht entgegen. Wenn dann ein Prüfprogramm von unseren Projektleitern erstellt wurde, (in dem genau festgelegt wird, welche einzelnen Punkte zu testen sind), findet für jeden einzelnen Test ein sogenannter Fachbeirat statt, dem Vertreter von Verbraucherorganisationen, neutrale Sachverständige (z.B. von Universitäten) und Anbietervertreter angehören. Dieser Fachbeirat hat nur eine beratende Funktion, d.h. am Ende legt ausschließlich die Stiftung Warentest fest, wie getestet wird. Häufig kommen aus dem Fachbeirat dennoch interessante Anregungen. Wir rufen ihn für jeden Test ein, um sicherzustellen, dass wir nicht an der Realität vorbeitesten und alle wichtigen Aspekte eines Produktes unter die Lupe nehmen.

Frage 2: Ja, solche Fälle sind uns aus der Vergangenheit bekannt. Zum Beispiel haben Hersteller von Waschmitteln nach unserer Erkenntnis ihre Produkte verändert in der Annahme, dass sie dann bei einem Test besser abschneiden. Nach der Testveröffentlichung ist dann wieder zur alten Rezeptur zurückgekehrt worden. Wir versuchen dem vorzubeugen, in dem nicht im Vorfeld bekannt gegeben wird, was wann getestet wird und auf unseren Planungslisten tauchen viele Testvorhaben nur als allgemeine Gattung auf (z.Bsp. Streichfette, Fruchtsaft usw.), damit nicht genau klar wird, was im Einzelnen wir testen werden.

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